Background Image

Aktuelle Veranstaltungen

ACHTUNG! Veranstaltung am 26. April fällt aus aufgrund der aktuellen Corona-Sicherheitsmaßnahmen:

Der Bund und die nationale Frage

Seminar und Vortrag von und mit Dr. Lilian Türk

Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund in Litauen, Polen und Russland (kurz “Bund”) war eine der größten Organisationen der jüdischen Arbeiter*innenbewegung in Osteuropa bis Mitte der 1930er Jahre. Im Seminar widmen wir uns den Texten des Bund, in denen Nationalismus und Internationalismus aus partikular jüdischer und international-sozialistischer Perspektive diskutiert werden. Wir lesen Auszüge aus Beiträgen von Vladimir Medem, Viktor Alter, Henryk Erlich, Bernard Goldshteyn und Josef Chmurner zur Nationalitätenpolitik der Sowjetunion, zum Verhältnis zu Religion und zu den jüdischen Gemeinden, zu Zionismus und zum Antisemitismus. Wir werden diskutieren, welche Antworten diese Vertreter des Bund auf Fragen geben könnten, die sich uns nun, in einer Zeit der Rückkehr zum nationalstaatlichen Denken stellen.

Die Judaistin Dr. Lilian Türk ist im Wintersemester 2019/20 Lehrbeauftragte am Institut für Missions-, Ökumene- und Religionswissenschaften der Universität Hamburg. Sie führte einen neuen Masterstudiengang "Jüdische Philosophie und Religion” ein, und war federführend in der Eröffnung der erweiterten Salomo-Birnbaum-Bibliothek anlässlich des 100. Jubiläums der Universität Hamburg. Ihre Forschungen zum jüdischen religiösen Anarchismus in der Zeit 1900 bis 1965 veröffentlichte sie u.a. in: „Epikur und die Religion. Über die religiöse Renaissance des jüdischen Anarchismus“, Berlin: Peter Lang, 2018.

 

Sonntag, den 17. Mai 2020, 15:00 Uhr
Gedenkstätte Israelitische Töchterschule, Aula im 3. Stock
Karolinenstraße 35 (U Messehallen)

 

Der Shoah-Überlebende Chaim Kuritzki auf der Suche nach seinen deutschen Rettern

Erfahrungsbericht und Diskussionsrunde mit Nicole Schmidt und Petra Knust

In einem Brief aus dem August 2013 an seine Bekannte Dorothea Greve, damals Jiddisch-Dozentin an der Volkshochschule und der Universität Hamburg, bittet der über 90jährige, in Israel lebende Chaim Kuritzki, die beiden uniformierten Deutschen zu suchen, die ihm 72 Jahre zuvor mit Anfang 20, in Daugavpils (Lettland) während der Shoah das Leben gerettet haben.

Diesem Auftrag verschreiben sich „als Laienhistorikerinnen“ Nicole Schmidt und Petra Knust. Sie lesen sich intensiv in die Materie ein, sprechen mit Historikern, forschen in Archiven. Leider mit dem Ergebnis, dass die beiden Deutschen nachträglich nicht einmal annäherungsweise ausgemacht werden können.

Der Auftrag von Chaim Kuritzki ging jedoch weiter: Berichtet von meiner Rettung. Berichtet davon, dass es trotz der unzähligen im 2. Weltkrieg von Deutschen begangenen Gräueltaten auch diese beiden jungen Männer gab, die damals mich und mit mir noch rund 30 andere gerettet haben.

Folgende Fragen sollen während der Veranstaltung zur Diskussion gestellt werden:

  • Wie soll der Auftrag, von dieser Rettung zu berichten, umgesetzt werden?
  • Welche Veröffentlichungsformen sind denkbar?
  • Wäre (heutzutage) ein Buch der richtige Weg und falls nein, warum nicht?