DIE GESTALT DES GOLEMS IN DER JIDDISCHEN LITERATUR. Seminar von und mit Bella Szwarcman-Czarnota (Warschau)

Die Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch e.V.

freut sich, Euch zu einem Seminar auf Jiddisch einladen zu dürfen.

Am Sonntag, den 28. Mai 2017, von 14 bis 18 Uhr

Im Jüdischen Kulturhaus, Flora-Neumann-Straße 1

U-Bahn-Station Messehallen

 

Der Golem ist vielleicht das am meisten in der Kunst verwendete Motiv aus der jüdischen Folklore, kürzlich hat er es sogar bis zu Pokémon Go geschafft. Die einen behaupten, dass Adam der erste Golem gewesen sei; andere, dass den ersten Golem der weise Rabbi Zeira in der talmudischen Epoche   geschaffen   habe.   Die bekannteste Version   dieser   Legende   verweist   auf die   Figur   eines Prager Rabbis, des Rabbi Löw, auch Maharal genannt, als Schöpfer des Golems. Anderen Legenden zufolge, sollte der Golem auf polnischem Boden in Erscheinung treten, sein Erschaffer der Rabbi Elias Baal Shem von Chelm sein. Der Golem erscheint oft als potentieller Retter von Juden, die des Ritualmordes   verdächtigt   werden.   Wir   werden   jedoch   nicht   diesen   bereits   ausgetretenen, traditionellen Pfaden folgen. Eine kurze Erzählung von Yitzkhak Leibush Peretz stellt Fragen, die wir uns wahrscheinlich ohne sie niemals gestellt hätten. In einer Erzählung von David Friszman hingegen spielt der Golem eine gänzlich unerwartete Rolle und verkörpert die Liebe.

 

Bella Szwarcman-Czarnota hat an der Universität Warschau Philosophie studiert. Sie arbeitete viele Jahre lang als Redakteurin beim Polnischen Wissenschaftlichen Verlag (PWN) als auch im Institut für Jüdische Geschichte und wirkt gegenwärtig als Redakteurin und Feuilletonistin für die Zeitschrift „Midrasz.“

Sie vermittelt Begegnungen mit der jiddischen Literatur im Warschauer Zentrum für jiddische Kultur und hält Vorlesungen im Österreichischen Kulturforum, die biblischen Frauengestalten gewidmet sind. Sie hat über 30 Bücher aus dem Französischen, dem Russischen und dem Jiddischen übersetzt und darüber hinaus vier Bücher aus eigener Hand verfasst:

„Mocą przepasały swe biodra. Portrety kobiet żydowskich” (Mit der Macht gürteten sie ihre Hüften. Portraits jüdischer Frauen.),

„Znalazłam wczorajszy dzień. Moja osobista tradycja żydowska” (Ich habe den gestrigen Tag gefunden. Meine persönliche jüdische Tradition.),

„Cenniejsze niż perły” (Wertvoller als Perlen) und „Księga kobiet. Kobiety księgi. Komentarze do Tory” (Das Buch der Frauen. Die Frauen des Buches. Kommentare zur Torah.).

Zuletzt gesellte sich das Werk „W poszukiwaniu złotego jabłka. Liderbuch – Śpiewnik rodzinny” hinzu (Auf der Suche nach dem goldenen Apfel. Liederbuch – ein Familiengesangsbuch.) Dieses Buch thematisiert die Rolle des Liedes bei der Überlieferung bzw. Weitergabe von Traditionen.