Theater

Montag, 31. Mai 2010, 20:00
Szenische Lesung (deutsch): "Nahe Jedenev" (aus dem gleichnamigen Buch von Kevin Vennemann) mit u.a. Peter Striebeck

Eine Veranstaltung von „Vers- und Kaderschmiede”/„AK Bücherverbrennung - Nie wieder!”, die auch von unserer Gesellschaft mitgetragen wird.

Veranstaltungsort: Polittbüro, Steindamm 45

Freitag, 2.10.2009, 20:00 Uhr:
„Erich Mühsam - kein Lampenputzer”
Kooperation mit der „Vers-und Kaderschmiede”, mit: Harry Rowohlt, Thomas Ebermann, Knarf Röllem und Frank Spilker

Erich Mühsam: Begnadeter Schüttelreimer, Münchener Räterevolutionär, Bohemien, langjähriger Festungshäftling, Kabarettist, Anarchist, Kaffeehausliterat, von den Nazis im KZ ermordeter Jude. Wohlmeinende Ratschläge, er solle sich doch besser festlegen, ob er Künstler oder politischer Aktivist sei, ergingen häufiger an ihn. Von Frank Wedekind zum Beispiel: „Sie reiten stehend auf zwei Gäulen, die nach verschiedenen Richtungen streben; sie werden Ihnen die Beine auseinanderreißen”. Mühsam verwarf solchen Rat. Der Vorwurf, er sei zu außenseiterisch, unrealistisch und habe Illusionen, prallte ohnehin an ihm ab: „Immer, wenn man mich einen Don Quichote nannte, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin” Seine Texte werden von Harry Rowohlt und Thomas Ebermann meisterhaft vorgetragen; Knarf Rellöm und Frank Spilker ("Die Sterne")werden dazu Mühsams Gedichte mühelos in die Gegenwart holen: "Bürgers Alpdruck", "Wo kein Kredit,da kein Profit", "Gebt mir Schnaps","Kriegslied", "Lügen heisst fügen". Und..... einige Strophen werden auch auf Jiddisch zu hören sein : HH- und Weltpremiere!"

Montag, 30.3.2009 20:00 Uhr:
„Schräge Vögel” beobachtet von Isaak Babel, Joseph Roth, Isaac B.Singer.,

Vers -und Kaderschmiede, mit Gilla Cremer, Matthias Scheuring, Catrin Striebeck, Michael Weber.

"Hochstapler, Gauner, Verschrobene, Sonderlinge, Herzens- und Gesetzesbrecher; also Leute, deren Lebensphilosophie nicht lautet, dass man „immer Treu und Redlichkeit üben“ solle - sie sind die Protagonisten in den Erzählungen der drei großen jüdischen Autoren: I.B. Singer, J. Roth und I. Babel. [....]

Drei Autoren, aufgewachsen, wo man jiddisch sprach, unterschiedlich politisch orientiert; sehr verschiedene Lebenswege (Flucht und Erfolg - Flucht und ertrunken im Suff - Berühmt und von Stalins Geheimpolizei ermordet); drei, deren schäumender Witz am Abgrund spaziert. Und Dialoge haben die geschrieben- wie gemacht für eine szenische Lesung!

Montag, 24.11.08, 20:00 Uhr
Vers- und Kaderschmiede, Gilla Cremer, Marco Tschirpke, Jürgen Rufenach, Helmut Zhuber:
Und die Fetzen flogen ...

... denn der Streit war leidenschaftlich. Auch in Czernowitz, dieser einstigen Hochburg jüdischer Intellektualität; dem Geburtsort von Paul Celan, Rose Ausländer und Itzik Manger. Dieses Czernowitz- zunächst habsburgisch, dann rumänisch, dann sowjetisch und heute ukrainisch – soll unser Ausgangspunkt sein, die Gegensätze, Zerwürfnisse, und Solidaritäten der jüdischen Künstler zu beleuchten. Natürlich waren es politische Gegensätze: Zwischen Verteidigern des Althergebrachten und den modernen Zerstörern traditioneller Fesseln; zwischen den auf Assimilation Hoffenden; den die klassenlose Gesellschaft Anstrebenden; den Werbern für einen jüdischen Staat. Man stritt über die (zukünftige) Sprache der Juden. Man drückte Zugehörigkeit aus durch die Sprache, in der man schrieb. Und, da Engagement für die richtige Sache noch nicht für literarische Qualität bürgt: gesucht wurde nach der angemessenen Form für die eigene Prosa und Lyrik. (Marco Tschirpke hat einige Gedichte erstmals vertont.)

Mittwoch, 27.02.08 und Donnerstag, 28.02.08
Ein Fest für Edgar Hilsenrath ..

mit: Nina Petri, Harry Rowohlt, Gustav Peter Wohler und Edgar Hilsenrath findet mit unserer Unterstützung in der Vers- und Kaderschmiede statt.

Dass die zehnbändige Ausgabe der Werke Edgar Hilsenraths nun endlich komplett ist, ist der Anlass für dieses Fest: - Sein Verleger Volker Dittrich wird im Gespräch mit dem Autor die biografischen Bezüge erforschen – und die drei Interpreten werden diese literarisch bebildern. Der Dialogreichtum, stilistisches Merkmal aller Romane, lädt zum szenischen Spiel förmlich ein. Auch wird aus "Der Nazi und der Friseur" vorgetragen.
Edgar Hilsenrath ("Ich bin Aussenseiter und gefalle mir in dieser Rolle"), heute 81 Jahre alt, besuchte bis 1938 die Schule in Halle, versuchte sich dann im rumänischen Siret vor den Nazis in Sicherheit zu bringen, wurde aber 1941 ins Ghetto der ukrainischen Ruinenstadt Moghilev-Podolsk deportiert. Nach Befreiung durch die Rote Armee, die allerdings auch die Drohung enthielt, ins russische Kernland transportiert zu werden, gelang die Flucht nach Palästina. 1947 reist Hilsenrath nach Frankreich, 1951 wandert er in die USA aus, 1975 kehrt er nach Deutschland zurück. Nur selten fühlt er sich zugehörig (Siret: "Jossel Wassermanns Heimkehr"); zeitweise ist die Todesgefahr alltäglich (Moghilev-Podolsk: "Nacht"); später bleibt die Fremdheit bedrückend (USA: "Fuck America..." - Deutschland: "Berlin – Endstation").

 

Rafael Goldwaser (Straßburg)
Jiddischer Theaterworkshop
"khumesh lider" von Itzik Manger

Dov Seltzer mit dem RockTheater (Dresden)
"Die Megille" von Itzik Manger
Ein Purim-Singspiel

Rafael Goldwaser
"´s brent"
Drei Monologe nach Sholem Alejchem

Lea Shlanger (Tel Aviv)
"Shir Hashirim" (Das Lied der Lieder)
von Scholem Alejchem

Rafael Goldwaser
Theaterworkshop und Aufführung
"a gilgl fun a nign"
Y.L. Peretz