
Das jüdische DP-Camp Bergen-Belsen - in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen KZ Bergen-Belsen gelegen - war seit 1946 das größte Camp für jüdische „Displaced Persons“ im Nachkriegsdeutschland. Es existierte bis 1950, da es den jüdischen DP's zunächst an Auswanderungsmöglichkeiten fehlte. Die große Mehrzahl seiner bis zu 12000 Bewohner stammte aus osteuropäischen Ländern und hatte Jiddisch als Muttersprache. Das Leben im DP-Camp war u.a. von einer Wiederbelebung der jiddischsprachigen Kultur des osteuropäischen Judentums geprägt, dessen Wurzeln die Shoah zerstört hatte. Der Vortrag skizziert dieses jiddische Kulturleben sowie seine sozialen und politischen Rahmenbedingungen.
Dr. Thomas Rahe: Historiker mit dem Spezialgebiet jüdische Geschichte; von 1987 bis 2023 wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Seit 1986 hat Thomas Rahe zahlreiche Schriften „zur jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung“ veröffentlicht.
Im Zusammenhang mit diesem Vortrag planen wir im Sommer für unsere Mitglieder und den Freundeskreis unter der Leitung von Herrn Dr. Rahe einen Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen.
Diese Veranstaltung wird finanziell gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung der Freien und Hansestadt Hamburg.
