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Aktuelle Veranstaltungen

Sonntag, den 28. August 2022, 15:00 bis 17:30 Uhr
Aula der VHS Karolinenstraße, 3. Stock in der Karolinenstraße 35, U Messehallen

Die Nacht der ermordeten jüdischen Dichter*, Teil III: Leyb Kvitkos Erzählung "Arum a shif"

vorgestellt von Marlies Ehlers und Inge Mandos

Der jiddisch-sowjetische Dichter Leyb Kvitko (1890/1893-1952) verbrachte die Jahre 1922-1926 in Hamburg und arbeitete im Hamburger Hafen bei der Lagerung von Fellen vom Rio Grande. Von dieser Zeit handelt sein biografisch geprägter Erzählzyklus „Riogrander Fel“.

Die SBG-Mitglieder Marlies Ehlers und Inge Mandos haben sich in die umfangreichste der vier Erzählungen vertieft: „Arum a shif“. Ausgehend von den realistischen Beschreibungen des damaligen Stadtbildes haben sich die beiden hineinziehen lassen in die Aktivitäten des kommunistischen Untergrunds und in die konspirative und abenteuerliche Aktion „arum a shif“ (um ein Schiff). Da gibt es Spione und Verräter, zwielichtige Frauengestalten, spannende Bewährungsproben für den jungen Helden und vor allem den ironisch kritischen Blick des Verfassers auf die damaligen historischen Verhältnisse, der oft zum Schmunzeln reizt. Die Geschichte erhellt anschaulich die sozialen Probleme und politischen Auseinandersetzungen in der Zeit der Weimarer Republik. Die beiden Referentinnen enthüllen in ihrem Vortrag Schicht für Schicht der komplex komponierten Geschichte. Zahlreiche Zitate aus dem Werk verdeutlichen, wie „Weimar“ (die Weimarer Republik) auf Jiddisch klingt: vertraut und verfremdend.

Kvitko, der 1926 in die Sowjetunion zurückgekehrt war, wurde im Zuge einer antijüdischen Kampagne Stalins 1949 verhaftet und am 12./13 August 1952 – der so genannten „Nacht der ermordeten Dichter“– zusammen mit 14 weiteren jüdischen Schriftstellern und Intellektuellen in Moskau hingerichtet.

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Bildquelle: https://diariojudio.com/opinion/night-of-the-murdered-poets/276447/

 

 

Vorankündigungen:

15. September (17:00 bis ca. 20:15 Uhr): Salomo Birnbaum (1891-1989) und die Begründung der Jiddistik an der Hamburger Universität vor genau 100 Jahren

in Kooperation mit der Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte der Uni Hamburg sowie dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden und dem Verein für hamburgische Geschichte, Ort: Edmund-Siemers-Allee 1 (Altbau), Hörsaal Erwin Panofsky (ESA C)

 

 

*12./13. August 1952 – Nacht der ermordeten Dichter (jiddische Schriftsteller und Kulturschaffende) in der UdSSR: Alle Angeklagten wurden wegen ihrer Verbindung zum Jüdischen Antifaschistischen Komitee unter dem Vorwand des Kosmopolitismus und/oder jüdischen Nationalismus, der Spionage und des Hochverrats verhaftet und hingerichtet, darunter u.a. Peretz Markisch, Itzik Fefer, Leyb Kvitko und Dovid Bergelson.